Archiv der Kategorie: GeoPolitics

CROSSPOST – Nach den Trump-Äußerungen: Berlin setzt (vorerst) auf Abwarten

(CROSSPOST von augengeradeaus.net wg. Wartungsarbeiten dort)

20160831_trump_phoenix_az

Die Aussagen des designierten US-Präsidenten Donald Trump im Interview mit zwei europäischen Zeitungen, der Londoner Times und der Bild-Zeitung, haben hinreichend Aufmerksamkeit erregt. Unter anderem auf Fragen zur Sicherheitspolitik; da äußerte sich der President-elect recht kritisch zur NATO, die er als überflüssig (obsolete) bezeichnet und einzelnen Nationen vorwirft, zu wenig zur gemeinsamen Verteidigung beizutragen:

It’s obsolete because it wasn’t taking care of terror. (…)
And the other thing is the countries aren’t paying their fair share so we’re supposed to protect countries but a lot of these countries aren’t paying what they’re supposed to be paying, which I think is very unfair to the United States. With that being said, Nato is very important to me.

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CROSSPOST: Extra: Putsch in der Türkei hat bisher keine Auswirkung auf Incirlik

20160121_Incirlik-Ehrenwache

Der Militärputsch in der Türkei hat bislang noch keine Auswirkungen auf die Situation auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes und die dort stationierten Bundeswehrsoldaten. Eine weitere Erhöhung der Sicherheitsstufe gebe es bislang nicht; die knapp 300 deutschen Soldaten würden die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie bisher einhalten, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am frühen Samstagmorgen auf Anfrage von Augen geradeaus!.

US-Medien hatten zuvor gemeldet, die Sicherheitsstufe – Force Protection Condition – in Incirlik sei wegen des Putsches von der zweithöchsten Stufe Charlie auf die höchste Stufe Delta erhöht worden. Die Stufe Delta würde angesichts der dann notwendigen Sicherheitsvorkehrungen einen weitgehenden Stopp des Betriebs bedeuten. Nach Angaben der Bundeswehr wurde für die Basis Incirlik aber eben nicht Delta ausgerufen. Allerdings könne sich das im Laufe der Nacht noch ändern, bevor am Morgen der übliche (Flug)Betrieb beginne.

(Foto: Ehrenwache im Stabsgebäude der Air Base Incirlik)

Einsatz im Mittelmeer: Jetzt offiziell Jagd auf Schleuser

Die europäische Militäraktion EUNAVFOR MED im Mittelmeer, an dem die Bundeswehr mit zwei Schiffen beteiligt ist, ist am (heutigen) Mittwoch offiziell in eine neue Phase eingetreten – ab jetzt können die beteiligten Schiffe aus verschiedenen EU-Staaten auch gezielt gegen Schlepper vorgehen, die Flüchtlinge vor allem von der libyschen Küste über das Meer nach Italien bringen.

Den Beginn der so genannten Phase 2 i hatte das Politische und Sicherheitspolitische Komitee der EU am 28. September beschlossen. Da damit auch der mögliche Einsatz militärischer Gewalt verbunden ist, war für die Deutsche Marine ein Mandat des Bundestages nötig, das das Parlament am 1. Oktober billigte. Die in dem Mandat genannten Aufgaben: Weiterlesen

Bundeswehr-Ausbildungszentrum im Nordirak: die Pläne werden konkreter

Die deutschen Pläne, im Nordirak mit Bundeswehrsoldaten kurdische Kämpfer für den Krieg gegen die islamistischen ISIS-Milizen auszubilden, nehmen offensichtlich Gestalt an. Vor knapp drei Wochen hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, die Bundeswehr solle ein Ausbildungszentrum im Nordirak errichten und betreiben. Jetzt erkunden Verteidigungsministerium und Auswärtiges Amt die Möglichkeiten für eine solche Ausbildungseinrichtung, an der sich rund 100 deutsche Soldaten zusammen mit skandinavischen Partnern beteiligen könnten, berichtete die Süddeutsche Zeitung vorab am Mittwochabend Weiterlesen

Russisches Flugzeug 600 Meter im NATO-Luftraum

Schnell die sachliche Darstellung, ehe die Meldungen eine falsche Dramatik schaffen: Ein Aufklärungsflugzeug der russischen Luftwaffe vom Typ Iljuschin IL-20 (Foto oben) ist am (gestrigen) Dienstag über Estland in den Luftraum eines NATO-Mitglieds eingedrungen – etwa 600 Meter weit. Der Zwischenfall ereignete sichüber der estnischen Insel Saaremaa und dauerte weniger als eine Minute. Bereits zuvor war die IL-20 von Abfangjägern der NATO beobachtet und begleitet worden. Weiterlesen

Deutsche Waffen in der Hand der ISIS – Nicht von der Bundeswehr (Neufassung)

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— Crosspost von augengeradeaus.net 21.10.2014 – wg. Unterbrechung bei Domainumstellung —

Den islamistischen ISIS-Terrormilizen sind offensichtlich deutsche Waffen in die Hände gefallen – die aber nicht von der Bundeswehr geliefert wurden. Nachdem die USA nahe der umkämpften kurdischen Stadt Kobane in Syrien Waffen für den Kampf der Kurden gegen die islamistische Terrormiliz ISIS abgeworfen hatten, fiel offensichtlich einer dieser Airdrops den ISIS-Kämpfern in die Hände. Und die packten vor laufender Kamera aus – unter anderem deutsche Handgranaten DM 41 (siehe Screenshot oben).

Die Waffen wurden nach US-Angaben von Kurden im Irak zur Verfügung gestellt – deshalb lag die Vermutung nahe, dass es sich um von der Bundeswehr gelieferte Handgranaten handelte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte jedoch am späten Dienstagabend auf Anfrage von Augen geradeaus!, die Bundeswehr habe nicht die DM 41, sondern das Nachfolgemodell Handgranate DM51 geliefert.

Damit sieht es so aus, dass die abgeworfenen Waffen nicht aus der deutschen Lieferung stammen (und damit ist das auch eine Korrektur meiner vorhergehenden Meldung). Unklar bleibt natürlich, wieso dort auf einmal offensichlich noch Fabrik-verpackte deutsche Handgranaten eines älteren Typs auftauchen…

Das Video von Aamaq News, die mit ISIS/dem islamischen Staat in Verbindung stehen sollen (die Schrift auf der Granaten-Verpackung ist bei ca. 01:40 am besten lesbar): Weiterlesen

ISIS-Sammler: Kobane und anderswo

Airstrikes in Syria

Die syrische Stat Kobane nahe der türkischen Grenze ist weiterhin zwischen den islamistischen ISIS-Terrormilizen und Kurden umkämpft, und sie ist weiterhin das Symbol für den – in der internationalen Wahrnehmung: vom Scheitern bedrohten – Krieg gegen ISIS. Am (heutigen) Dienstag ein erneuter Versuch der Sammlung der vorliegenden Informationen:

Kobane wird von drei Seiten angegriffen – dpa via tagesschau.de:

Der Kampf um Kobane dauert mit unverminderter Härte an. Offenbar nimmt die Terrororganisation „Islamischer Staat“ die syrische Grenzstadt inzwischen von drei Seiten in die Zange. Es gebe heftige Gefechte im Süden, Westen und vor allem im Osten der Stadt, berichtete ein kurdischer Aktivist telefonisch der Nachrichtenagentur dpa.
Einen Vorstoß des IS auf das Zentrum Kobanes konnten die Kurden aber offenbar abwehren.

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